Südhessen die sicherste Region in Hessen

Polizeipräsident Lammel stellt Kriminalstatistik für Südhessen vor

Südhessen hat die geringste Kriminalitätsbelastung in Hessen. Sichtlich erfreut zeigt sich Polizeipräsident Bernhard Lammel bei einem Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 (PKS) des Polizeipräsidiums Südhessen. Die seit 2016 konstante Reduzierung der Fallzahlen bei gleichzeitig kontinuierlicher Steigerung der Aufklärungsquote sprechen für eine gut und beständige Polizeiarbeit. Durch diese hat sich die Kriminalitätsbelastung in den letzten Jahren in Südhessen deutlich reduziert und ist die geringste in Hessen. Anhand der Häufigkeitszahlen ist festzustellen, dass Südhessen die sicherste Region in Hessen ist. Insgesamt konnten 20.540 Tatverdächtige ermittelt werden.

Aufklärungsquote bei 64 Prozent

Waren es im Jahr 2001 noch 53.981 registrierte Taten, verbunden mit einer Aufklärungsquote von gerade einmal 46,8 Prozent, so wird die positive Entwicklung der letzten Jahre im Polizeipräsidium Südhessen bei einem Blick auf die Zahlen der PKS 2019 mit 41.856 Fällen und einer Aufklärungsquote von fast 64 Prozent deutlich. Allein seit 2017 haben sich die Fallzahlen um fast zehn Prozent reduziert und die Aufklärungsquote ist von 61,7 Prozent auf 63,9 Prozent gestiegen. Beim Gesamtstraftatenaufkommen machen nach wie vor Straftaten mit Bereicherungsabsicht (54 Prozent) den größten Batzen aus.

Gewalt gegen Einsatzkräfte nimmt zu

Negativ ist allerdings die weiterhin ansteigende Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste, also Attacken auf Einsatzkräfte, die einfach nur anderen helfen wollen. So wurden in Südhessen 328 Polizeibeamte, 15 Rettungskräfte und drei Feuerwehrleute angegangen. 305 Polizistinnen und Polizisten wurden während ihres Dienstes Opfer eines Widerstandes. Für Lammel ist die deutliche Zunahme ein deutliches Zeichen für eine in unserer Gesellschaft mittlerweile unverkennbare gesteigerte Respektlosigkeit sowie ein gesteigertes Konfrontationsverhalten gegenüber Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. In diesem Zusammenhang forderte der Polizeipräsident, den Strafrahmen von bis zu fünf Jahren bei einem Angriff auf Einsatzkräfte deutlich mehr auszuschöpfen.

Blick auf einzelne Deliktsfelder

Bemerkenswert ist der Rückgang bei Wohnungseinbrüchen – seit 2016 um fast 31 Prozent von 1.323 Taten auf 915; dabei blieben 41 Prozent im Versuchsstadium hängen. Auch die Fallzahlen bei der Straßenkriminalität befinden sich einem „Langzeittief“. Deutliche Rückgänge sind insbesondere bei Autodiebstählen (- 42,1 Prozent), dem Schweren Diebstahl aus Fahrzeugen (- 34,7 Prozent) und der Sachbeschädigung durch Graffiti (- 21,2 Prozent) zu verzeichnen. Auch der Straßendiebstahl, der mit 4.755 Fällen den größten Anteil der Straßenkriminalität ausmacht, reduzierte sich um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, um nur einige Beispiele zu nennen.

Mehr Körperverletzungsdelikte

Dagegen sind die Fallzahlen bei Körperverletzungsdelikten mit 4.260 Fällen auf dem höchsten Stand innerhalb der letzten 6 Jahre. Die Mehrheit bildet hier die Einfache Körperverletzung mit 2.891 Fällen. Jugendliche und Heranwachsende machen rund 20 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen aus. Zudem ist bei den Körperverletzungsdelikten ein hoher Ausländeranteil von fast 40 Prozent bei der Einfachen Körperverletzung und rund 48 Prozent bei der Schweren Körperverletzung feststellbar. „Diese Entwicklung stellt eine gesellschaftliche Herausforderung dar, die nicht allein von der Polizei gelöst werden kann“, so Lammel. Auch bei der Cybercrime -also bei Straftaten mit Hilfe des Internets- ist die Tendenz weiter steigend.

Statistik Kreis Bergstraße

Die Anzahl der im Bereich der Polizeidirektion Bergstraße registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent beziehungsweise von 9.332 Fälle in 2018 auf 8712 Fälle in 2019 gesunken. Die Aufklärungsquote steigt konstant und liegt aktuell bei 64 Prozent. Im Einzelnen sind die Fallzahlen im Zuständigkeitsbereich der Polizeistationen Heppenheim um 8,3 Prozent, Lampertheim-Viernheim und 8 Prozent und Bensheim um 6,7 Prozent gesunken und liegen damit deutlich dem Durchschnittswert Hessen (-2,1 Prozent und Südhessen (-3,4 Prozent). Einzig im Bereich der Polizeistaon Wald-Michelbach wurde bei sehr geringen Fallzahlen eine Zunahme von 586 auf 658 Fälle registriert. Die hier überdurchschnittliche Steigerung der Aufklärungsquote auf 71,1 Prozent steht dem positiv gegenüber. Den Beamten des Kreises Bergstraße gingen bei ihren Ermittlungen insgesamt 5.579 Fällen 4.454 Tatverdächtige ins Netz.    

Mit Kompass Sicherheitsgefühl stärken

Unabhängig von den positiven Entwicklungen des Fallzahlenaufkommens ist auffällig, dass die über die letzten Jahre anhaltende rückgängige Kriminalitätsbelastung gegenläufig zu dem gefühlten Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger ist. Um diesem Phänomen zu begegnen, hat das Hessischen Innenministerium im Jahr 2017 das Kommunalprogramm KOMPASS initiiert. Ziel von KOMPASS ist es, eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Polizei und Bürgern zu erreichen und gezielt Maßnahmen zu ergreifen, die das subjektive Sicherheitsgefühl stärken. Zu den elf Kompass-Kommunen in Südhessen zählt auch Bensheim. (rs/pol)

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