Südhessen: Privatfahndungen in Chatgruppen sind verboten

Polizei warnt und gibt wichtige Verhaltenshinweise

In den letzten Wochen konnte die Polizei private Fahndungsaufrufe insbesondere in den sozialen Medien vermehrt feststellen. In diesem Zusammenhang warnt die Polizei und gibt wichtige Verhaltenshinweise. Die privaten Fahndungen können in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise Chatgruppen, sozialen Netzwerken oder auch in Papierform im Briefkasten auftreten. In den meisten Fällen sind auf den verbreiteten Bildern oder Flyern Personen abgebildet. Dabei kann es sich um Personen handeln, die laut Verfasser des Textes Straftaten begangen haben sollen.

Strafrechtliche Konsequenzen möglich

Im Anschluss werden die privaten Fahndungsaufrufe von vielen geteilt und somit enorm in die Persönlichkeitsrechte von den abgebildeten Personen gegriffen. Das Verbreiten oder Fertigen von privaten Fahndungsaufrufen sowie die Behauptung von Tatsachen, die dafür geeignet sind, eine Person öffentlich an den Pranger zu stellen, können strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen! Für Ermittlungen und Öffentlichkeitsfahndungen sind ausschließlich Staatsanwaltschaft und Polizei zuständig. Insbesondere für Öffentlichkeitsfahndungen wird ein richterlicher Beschluss benötigt. (ots)

Die Polizei gibt in diesem Zusammenhang wichtige Verhaltenshinweise:

- Bei verdächtigen Beobachtungen, wählen Sie die 110!
- Bei Fertigen von Bildern oder Videos, die die Situation oder eine 
verdächtige Person zeigen, übergeben Sie diese unseren Kolleginnen 
und Kollegen und stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung.
- Bekommen Sie eine Nachricht in einer Chatgruppe mit solchen 
privaten Fahndungsaufrufen, hinterfragen Sie die Situation und 
informieren Sie sich bei Ihrer zuständigen Polizeidienststelle.
- Mit eigenständigen Recherchen gefährden Sie den Erfolg der 
Ermittlerinnen und Ermittler!

Text Post 2, Werbung