Bensheim zeigt sich als weltoffene Stadt

Aktionstag „Celebrate Bisexuality Day“ ein Zeichen für mehr bisexuelle Sichtbarkeit

Anlässlich des „Celebrate Bisexuality Day” wurde auch in Bensheim eine Flagge gehisst. Unser Bild zeigt von links Julian Fischer (LSBT*IQ Netzwerk Südhessen vom Verein vielbunt e. V.), Mahschid Schober (Verein Fabian Salars Erbe), Anja Ostrowski (AntidiskriminierungsNetzwerk Südhessen), Steffen Brammer (pro familia Bensheim), Marion Vatter (Frauenbüro Bensheim) und Bürgermeisterin Christine Klein.

Mit dem heutigen „Celebrate Bisexuality Day“ (Tag der Bi+sexuellen Sichtbarkeit) machen weltweit Aktivistinnen und Aktivisten auf die sexuelle Orientierung der Bisexualität und die damit immer noch verbundenen gesellschaftlichen Probleme und Diskriminierungen aufmerksam. Wie in vielen weiteren deutschen Städten hisste daher heute auch die Stadt Bensheim gemeinsam mit dem AntidiskriminierungsNetzwerk Südhessen, dem LSBT*IQ Netzwerk Südhessen vom Verein vielbunt e. V., dem Verein Fabian Salars Erbe und pro familia Bensheim am Rathaus die Flagge der bisexuellen Menschen.

Immer noch ein Tabu-Thema

„Bisexualität ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu-Thema. Bisexualität wird oftmals geleugnet, unsichtbar gemacht oder stigmatisiert. Die Gruppe der bisexuellen Menschen geht häufig unter und findet weltweit noch immer zu wenig Gehör: Indem wir heute die Flagge der Bisexuellen hissen, setzen wir ein Zeichen für mehr Rechte und Teilhabe, gegen Diskriminierung und Vorurteile“, damit begrüßte Bürgermeisterin Christine Klein die Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Rathaus. „Mir ist es ein großes Anliegen, viel Öffentlichkeit herzustellen und die Menschen zu sensibilisieren“, so Klein weiter. Organisiert wurde die Aktion federführend von Marion Vatter des Frauenbüros Bensheim, der das Hissen der Bi-Fahne ein besonderes Anliegen ist: „Damit zeigt sich Bensheim als weltoffene Stadt“, so Vatter.


Während am Internationalen Tag gegen Homophobie viele entsprechende Statements aus der Politik kommen, findet der Tag der Bisexualität bisher nur eine kleine mediale Bühne. „Die Leugnung und Unsichtbarmachung von Bi+sexualität ist weit verbreitet. Oft müssen Behauptungen zurückgewiesen werden, dass die Identität von Bi+sexuellen nur eine unentschlossene Phase sei, die irgendwann überwunden wird. Dabei ist sie etwas Eigenständiges und vor allem Vollständiges,“ wie Anja Ostrowski von AdiNet Südhessen deutlich macht. Dabei betont sie, dass Vorurteile bezüglich bi+sexuellen und bi+romantischen Menschen zu Verallgemeinerungen einer in sich sehr vielfältigen Gruppe führe. Bi+sexualität beziehe sich nicht ausschließlich auf die Geschlechter Mann und Frau – es sei wichtig zu verstehen – und darum gehe es bei Bi+PLUS-sexualität – dass es ebenso pansexuelle, polysexuelle und omnisexuelle Menschen gebe, die sich auch innerhalb der queeren Community immer wieder legitimieren und erklären müssten.

Fabian Salars Erbe unterstützt die Aktion

Bei dem Thema herrschen noch immer viele Vorurteile, die einen enormen Leidensdruck – vor allem auch bei bisexuellen Jugendlichen – verursachen. „Das Thema ist zu wichtig und sollte daher nicht nur am 23. September auf die Tagesordnung,“ so Bürgermeisterin Klein. Am 17. Mai wird am Internationalen Tag gegen Homophobie die Regenbogenfahne am Rathaus Bensheim gehisst werden. 

Hintergrund

Der Aktionstag „Celebrate Bisexuality Day“ wurde 1999 von drei Bürgerrechtlern in den USA begründet und wird seitdem am 23. September weltweit gefeiert. Ziel ist es, die bisexuelle Geschichte, Kultur und bisexuelle Menschen in der Gesellschaft sichtbar zu machen. Zudem sollen bi+feindliche Diskriminierung und Vorurteile außer- und innerhalb der LGBTIQ-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Intersexual, Queer. Im Deutschen LSBTIQ: lesbisch, schwul, bisexuell, trans, intersexuell und queer) bekämpft werden. Vom 23. bis zum 25. September findet in Hamburg und ganz Deutschland die erste „Bi+Pride“ statt, um für bisexuelle und pansexuelle Sichtbarkeit zu sorgen. Neben der Hissung der Bi+Pride-Flagge in vielen deutschen Städten, stehen Workshops und eine Demonstration in Hamburg auf dem Programm. (ps)

Text Post 2, Werbung