Corona bestimmte die Regeln der „Auerbacher Schuppenkerb“

Auerbacher feierten in Light-Version ihr Traditionsfest

Die Traditionsfiguren im Coronajahr bei der an diesem Wochenende gefeierten „Auerbacher Schuppenkerb“, von links „Kerweparre“ Jasmin Becker, Schirmherr Carsten Hoffmann (Vorstand der GGEW) und Kerwekönigin Melanie Kaltenbach, Mundschenk Nathalie Dürr.

Groß prangte die Zahl an der Wand: 45. Bereits zum 45. Mal jährte sich die Wiederbelebung der Auerbacher Kerb. Doch in diesem Krisenjahr war alles andere. Das Coronavirus bestimmte die Regeln und den Ablauf der Auerbacher Festtage. Ganz ausfallen lassen wollte die Kerweabteilung des Auerbacher Kur- und Verkehrsvereins (KuVV) den Event allerdings nicht und zumindest „ein Lebenszeichen“ senden. Auch in Coronazeiten sollte gefeiert werden. Alles eine Nummer kleiner, unter Einhaltung der AHA-Vorschriften mit Abstand und Maske sowie Open-Air im Freien. „Weniger waren die Vorbereitungen allerdings nicht“, verdeutlichten Abteilungsleiter Fritz Becker und der technische Leiter Markus Meyer, der wieder wie gewohnt durch das Programm führte.

Mit einem drei Fahrzeuge umfassenden kleinen Festzug erinnerten die Traditionsfiguren der Auerbacher Kerb am Sonntagvormittag (11. Oktober) an ihren unter normalen Umständen groß gefeierten Event. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie war nur eine Light-Version als „Auerbacher Schuppenkerb“ möglich. Begleitet wurde der kleine Tross von der Freiwilligen Feuerwehr Auerbach. Vorne im Bild Kerwekönigin Melanie Kaltenbach.

Hygienekonzept gut angepasst

Nach der Testveranstaltung „Hofkonzert am Kerweschuppen“ wussten die Kerwemacher exakt was zu tun ist und drehten an den entsprechenden Stellschrauben für die „Auerbacher Schuppenkerb“. Die Aufteilung von Tischen und Bänken unter einem Zeltdach ohne Seitenwände wurde noch übersichtlicher, die Laufwege zum Vermeiden von Begegnungsverkehr noch exakter. Überall erinnerten Hinweise die Besucher an das Einhalten der Hygienevorschriften, bedient wurde -unter anderem mit Speisen der Landmetzgerei Felch- von ohnehin nur an den Tischen oder die Datenzettel brav ausgefüllt, um nur einige Beispiele zu nennen. Entsprechend lobten auch die anwesenden Ehrengäste, wie Landrat Christian Engelhardt, Bürgermeister Rolf Richter, Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert oder Ortsvorsteher Robert Schlappner in ihren Grußworten die Organisation. So kam man es machen, war das einhellige Fazit.       

Denkmal für Schirmherr?

Ohne Traditionen geht es nicht. Trotz Corona im Mittelpunkt des Geschehens: der Kerwekranz. „In der üblichen Größe“, wie Markus Meyer betonte, wurde das geschmückte Grün unter das Zeltdach gezogen. Bereits in ihr zweites Jahr gingen die Traditionsfiguren Schirmherr Carsten Hoffmann (Vorstand der GGEW AG), „Kerweparre“ Jasmin Becker, Mundschenk Nathalie Dürr und Kerwekönigin Melanie Kaltenbach, verzichtete der Verein doch aufgrund der Pandemie auf eine Neuwahl. War eine Wiederwahl bei „Parre“, Mundschenk und Königin durchaus nichts Ungewöhnliches, so ist es bei der diesjährigen Bestätigung des Schirmherrn ein Novum. „Wenn ich wegen Corona ein drittes Mal Schirmherr werde, will ich ein Denkmal“, äußerte entsprechend der lockeren Kerwestimmung Carsten Hoffmann. 

Auerbacher Anekdoten bildeten auch in diesem Jahr den Mittelpunkt „Kerweredd“. Unser Bild zeigt von links Mundschenk Nathalie Dürr und „Kerweparre“ Jasmin Becker.

Das originale Glockengeläut kam vom Band

Bereits vor den obligatorischen Grußworten der Offiziellen und dem üblichen Eröffnungssatz durch den Schirmherrn wurde am gestrigen Nachmittag (10. Oktober) erstmals der den eigentlichen Kerweveranstaltungen vorausgehende Ökumenische Festgottesdienst auf dem Freigelände des Kerweschuppens durchgeführt. Nach dem vom Band eingespielten Originalton der Glocken der Auerbacher Bergkirche standen Diakon Heinz Lenhart, Prädikantin Stefanie Kempa-Kolb und Sybille Becker vom Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Auerbach und Hochstädten am Mikrofon. An der Orgel begleitete Alois Scholz die geistlichen Worte, während Christopher Ryan mit kräftiger Stimme das Singen für die Gemeinde übernahm. In den Abendstunden stand dann ein Musikabend mit dem „Duo Sounds“ auf dem Programm. Circa 70 Besucher hatten sich im Vorfeld für die aufgrund SARS-CoV-2 reduzierten Sitzplätze vorangemeldet.

Kleiner Festzug und „Kerweredd“

Eher als Weckruf für die Nachmittagsveranstaltung galt ein am heutigen Sonntagvormittag (11. Oktober) durchgeführter kleiner Umzug auf der regulären Festzugsstrecke. Drei Fahrzeuge -besetzt mit den Traditionsfiguren und einem handgefertigten übergroßen Kerwezylinder mit dem Spruch „E bisje Kerb des muss schun soi, mir feiern Schuppekerb ganz foi!“ – fuhren mit lauter Musik durch den Ortskern. Gegen 14 Uhr nahmen dann „Kerweparre“ Jasmin Becker und Mundschenk Nathalie Dürr das ein oder andere Auerbacher Missgeschick in gewohnt gereimter Form aufs Korn. Auch legte das Team in lustiger Art und Weise den Finger in verschiedene „Wunden“. Dass Corona und der Begriff AHA in die „Kerweredd“ einflossen versteht sich schon fast von selbst. Geschrieben wurde die „Redd“ vom ehrenamtlichen Stadtrat Norbert Bauer. Kerwekaffee und Kerwekuchen kam auch in diesem Jahr von der Fraueninitiative „Auerbacher Ortsgespräch“. Für die musikalische Umrahmung sorgte „Musik Tom“.

Sorgte bei der „Auerbacher Schuppenkerb“ für die musikalische Unterhaltung: Musik Tom.

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