Corona-Krise: Rotary-Club organisierte Park-Konzerte in Seniorenheime

Spende von Vollgesichtsvisieren für Pflegekräfte und die Behindertenhilfe

Ein Parkkonzert im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth organisierten zu Ostern der Rotary Club Bensheim-Heppenheim und der zur Rotaryfamilie gehörende Inner Wheel Club (IWC) Bensheim-Lampertheim. Zudem spendeten die Initiatoren Vollgesichtsvisiere für die Pflegekräfte. Foto © rcbh

„Tulpen aus Amsterdam“, „Hoch auf dem gelben Wagen“, „Weiße Rosen aus Athen“ – das war Musik ganz nach dem Wunsch der mehr als 100 Bewohner des Caritasheims St. Elisabeth in Bensheim. Zusammen mit dem Rotary Club Bensheim-Heppenheim hatte der zur Rotary-familie gehörende Inner Wheel Club (IWC) Bensheim-Lampertheim für die Heimbewohner und Mitarbeiter ein Park-Konzert organisiert: Ein stimmungsaufhellendes Ereignis in Zeiten der Corona-Krise, in denen Menschen in Altenwohn- und Pflegeheimen derzeit keinen Besuch empfangen dürfen.

Konzert berührte Herzen

Mit sicherem Abstand im Park und auf den Terrassen konnten die Senioren das Konzert genießen – ein Nachmittag, der viele Herzen berührt und Menschen bewegt hat. Der bei Rotary engagierte Prof. Bruno Weis („Blütenweg-Jazzer“) sorgte mit zwei Musikerkollegen im Park des Wohnheimes St. Elisabeth für Open-Air-Konzert-Atmosphäre. Zudem liefert die Bäckerei Jakob für diesen Musik-Nachmittag leckeren Kuchen an – finanziert vom IWC Bensheim-Lampertheim (IWC). Die Park-Konzerte mit Kuchen waren ein Wunsch von Heimbewohnern und Mitarbeitenden, weil die Cafeteria wegen der Corona-Risiken geschlossen ist und sehr vermisst wird. IWC-Präsidentin Karin Koch freut sich über diese sichtbar gelungene Kooperation mit dem RC Bensheim-Heppenheim: „Es gab die schnelle, volle Zustimmung aller Club-Mitglieder, den Heimbewohnern und engagierten Mitarbeitern ein Stück Zuversicht und eine willkommene Kuchenpause schenken.“

Ein weiteres Konzert wird es für die Bewohner(innen) im „Haus Johannes“ in Heppenheim geben – mit Alphorn-Musik vom IWC und einer Kuchenspende, die der RC Bensheim-Heppenheim finanziert: Wenn die Bewohner schon keine Besucher empfangen können, dürfen sie sich zumindest über Live-Musik und leckeren Kuchen freuen.

Spende von Vollgesichtsschirmen

Auch das Personal der Pflegeheime profitiert: Gerade kleinere Einrichtungen haben auch in Südhessen große Probleme, seriöse Anbieter –zum Beispiel für Vollgesichtsschirme– zu finden. Der RC Bensheim-Heppenheim, in dem viele Ärzte, Ingenieure und IT-Spezialisten engagiert sind, hatte in den Ostertagen zur Produktion solcher Schirme mehrere 3D-Drucker eingesetzt: Bei Seniorenheimen und Pflegediensten in Bensheim und Heppenheim sowie bei der Behindertenhilfe Bergstraße finden diese Vollgesichtsvisiere dankbare Abnehmer. Obschon die selbst hergestellten Visiere (sogenannte „Community-Masken“) keine Zertifizierung haben und offiziell deshalb weder als Medizinprodukt noch als persönliche Schutzausrüstung bezeichnet werden dürfen, sind sie im praktischen Einsatz erkennbar hilfreich: An die Visiere wurden Knopflochbänder montiert, mit denen das Medizin- und Pflege-Personal die Klarsichtvisiere (je nach Kopfgröße) bequem und sicher befestigen kann.

Vollgesichtsvisiere produzierten Club-Mitglieder mit 3d-Druckern und spendeten diese an Pflegeheime sowie an die Behindertenhilfe Bergstraße (BHB). Unser Bild zeigt Felice Maietta, Präsident des RC Bensheim-Heppenheim, mit einem Vollgesichtsvisier. Foto © rcbh

Risiken reduzieren – auch bei der ambulanten Palliativ-Versorgung

Das „Caritasheim St. Elisabeth“ in Bensheim und das „Haus Johannes“ in Heppenheim wurden bereits mit Visieren beliefert: Caritas-Heimleiterin Ulrike Schaider mit ihrem Team freut sich über die Ausrüstung, die das Ansteckungsrisiko von Pflegekräften reduzieren und so die Risiken für alle 120 Bewohner senken soll. Zudem wurde das Palliativnetz Bergstraße mit frisch produzierten Visieren ausgestattet: Mehr Sicherheit für das Team von Fachärztinnen, Fachärzten und Pflegekräften, die (mit den Zusatzqualifikationen Palliative Care und Schmerzmanagement) schwer kranke Patientinnen und Patienten in den Städten und Gemeinden der Kreise Bergstraße und Odenwald betreuen. Diese Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) hatte zuvor ebenfalls vergeblich versucht, vergleichbare Visiere für das Personal zu ordern.

Felice Maietta: „Bewunderswertes Engagement sicherer machen“

„Es ist bewundernswert, was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Einrichtungen in schwierigen Corona-Krisen-Situationen täglich leisten. Unsere Hilfsaktion soll ihr wichtiges Engagement sicherer machen. Als Rotary-Club bringen wir uns – auch in dieser Corona-Krisenphase – mit unseren Talenten, Ideen und Ressourcen in die Gesellschaft ein“, erklärt Clubpräsident Felice Maietta (Bensheim) unter Hinweis auf das Rotary-Motto: „Selbstloses Dienen“. Maietta lieferte die ersten Visiere gemeinsam mit Pfarrer Thomas Catta aus, der im Vorstand des RC Bensheim-Heppenheim für Gemeindienstprojekte zuständig ist. Zudem wurden weitere Pflegedienste sowie die Behindertenhilfe Bergstraße (BHB) beliefert. Die Behindertenhilfe – einer der großen Arbeitgeber des Kreises Bergstraße, der 600 Menschen mit Beeinträchtigung und circa 350 Angestellten in drei Werkstätten Teilhabe am Arbeitsleben bietet, ist ebenfalls dankbar für die Unterstützung vom Rotary-Club. Die BHB könnte die Visiere zwar eigentlich selbst produzieren, aber in den Werkstätten gilt -mit Blick auf die Coronavirus-Risiken-  ein Betretungsverbot für Menschen mit Behinderung, da sie zur Risikogruppe zählen. (red)

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