Erinnerungen an Großbrand oder Schlittschuhlaufen in der „Letkaut“

Themenwanderung des Kur- und Verkehrsvereins im Westen Auerbachs

Seine letzte Themenwanderung in diesem Jahr führte kürzlich der Auerbacher Kur- und Verkehrsverein westlich der Bahnlinie durch. Die Führung übernahm wie gewohnt Vorstandsmitglied Ralph Stühling (Stehend, auf der Einfassung).

Zur letzten Themenwanderung dieses Jahres lud am Montagabend (27.) der Auerbacher Kur- und Verkehrsverein unter dem Motto „Auerbach gestern, heute und morgen“ ein. Auf dem Index des rund eineinhalbstündigen Rundganges stand der Bereich westlich der Bahnlinie mit dem dortigen Gewerbegebiet. Hierbei rief Vorstandsmitglied Ralph Stühling sowohl Geschichtliches als auch Aktuelles in Erinnerung. Unterstützung bekam er im Verlauf des kleinen Exkurses immer wieder von Teilnehmern, die aus eigenen Erlebnissen die Ausführungen ergänzten. In der Gruppe befanden sich auch der ehrenamtliche Stadt Hans Seibert und Ortsvorsteher Robert Schlappner.

Brand der Metallwerke Starkenburg

Treffpunkt war der Bahnhof Auerbach, dessen unter Denkmalschutz stehendes Gebäude im Jahre 1850 für die von Frankfurt/Main nach Heidelberg führende Main-Neckar-Eisenbahn gebaut wurde. Von hier ging es durch die Fußgängerunterführung auf die Westseite der Bahn. Beim Passieren stellten die Teilnehmer mit Kopfschütteln fest, dass die gerade vor knapp einer Woche frischgestrichenen Wände der Unterführung schon wieder mit ersten Graffitis verziert wurden. Erster Stopp war das Gelände des heutigen Ärztehauses beziehungsweise der Lagerhalle der Firma Dietz, auf dem ehemals von 1922 bis 2001 der nach der Sanner GmbH zweitgrößte Auerbacher Arbeitgeber, die Firma Metallwerke Starkenburg, angesiedelt war. Ältere Generationen erinnern sich auch heute noch an einen Großbrand im Dezember 1959, bei dem die Firmengebäude nicht mehr zu retten waren.

Warteliste beim Kleingartenverein

Interessante Ausführungen zu seinem Verein machte auf dem Gelände der Kleingartenanlage Schloßblick deren Vorsitzender Stefan Beckmann. So verfügt die Anlage über 53 Gärten in einer Parzellengröße von 300 bis 400 Quadratmeter. Dazu kommen nochmals 42 Gärten in der zum Verein gehörenden Kleingartenanlage Holderheck. „Derzeit haben wir eine Warteliste von 60 Bewerbern. Das Interesse ist allerdings kurzlebig, da sich die Antragsteller oftmals anderweitig orientieren“, verdeutlichte der Vorsitzende, der bedauerte, dass aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal das beliebte Sommerfest abgesagt werden musste. „Wir hoffen auf 2022. Denn für das Vereinsleben und die Kontakte zwischen den Kleingärtnern sind Veranstaltungen sehr wichtig“, so Beckmann. Auf jeden Fall fest im Kalender steht das im Jahr 2023 anstehende 100-jährige Bestehen des Kleingartenvereins.  

Schlittschuhlaufen in der „Letkaut“

Über den Berliner Ring, der in diesem Bereich -als auch die Brücke Saarstraße- im Jahre 1974 gebaut wurde, marschierten die Teilnehmer zunächst bis zur „Letkaut“. So stand auf dem Grundstück bis zum Jahre 1930 eine Ziegelei. Das Gebäude wurde später abgebrochen, so dass auf dem Gelände verschilfte Teiche entstanden, die von den Bürgern zur damaligen Zeit in den Wintermonaten gerne zum Schlittschuhfahren genutzt wurden. Ab den 50er Jahren wurde das Gelände als Deponie betrieben und die Erdlöcher sukzessive verfüllt. Zwischenzeitlich liegen wegen bestehender Bedenken bezüglich möglicher Altlasten verschiedene Umweltgutachten und technische Prüfungen vor. Gefahren gehen demnach von den vergrabenen Gegenständen nicht aus.

Einen kurzen Halt gab es abschließend noch am Kerweschuppen der Kerweabteilung des Auerbacher Kur- und Verkehrsvereins in der Lahnstraße. Wie Ralph Stühling noch aus eigener Anschauung wusste, wurde das Gebäude im August 1982 offiziell eingeweiht. Vom 8. bis 10. Oktober findet nun in Kürze auf dem Außengelände eine Kerwe-Light statt. Karten sind übrigens bereits im Vorverkauf im Reisebüro Auerbach, Otto-Beck-Straße 2 oder per E-Mail über ticket@auerbacherkerb.de erhältlich.  

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