Fastnacht in Auerbach lebt

Büttenreden beim „Kräppelkaffee“ der AWO Auerbach

Fastnachtsjungstar Sebastian „Basti“ Meyer auf der Bühne des Bürgerhauses Kronepark am Freitagnachmittag (21.) beim Kräppelkaffee der AWO Auerbach. Bild © AWO

Eingebettet zwischen  der Spaßnacht der IAV, dem närrisch gestimmten Seniorentanz und dem Kinderfasching der TSV am heutigen Samstag hatten am gestrigen Freitagnachmittag (21.) zahlreiche närrische Senioren viel Spaß beim traditionellen Kräppelkaffee der AWO im vierfarbbunt geschmückten Bürgerhaus Kronepark. Nach der Begrüßung durch den zweiten Vorsitzenden Lorenz Schumacher vergnügten sich die rund 90 Gäste, darunter auch Bürgermeister Rolf Richter,  mit frischen Kräppeln und Kaffee. Bereits da konnten die beiden Musiker Helmut Gondolph und „Schorsch“ Keil für beste Stimmung sorgen.

Der närrische Teil wurde von Fastnachtsrentner Horst Knop, der auch für die Organisation und Moderation verantwortlich zeichnete, eröffnet. In seinen Versen lobte er die fleißigen Helfer in der Küche und hinter der Theke, skizzierte das jährliche AWO-Leben und erinnerte an den im Vorjahr verstorbenen Ehrenvorsitzenden Adi Degenhardt. Neben einem Appell zur Mithilfe richtete er einen besonderen Dank an die IAV für die gelungene Saaldekoration. 

Ein Reigen von Büttenreden

Den Reigen der Büttenreden eröffnete Heidi Miltenberger mit dem Vortrag „Ein Kater steht am Himmelstor“. Passend zu einer beliebten Arbeit der AWO war die Schlusspointe, in der sich der Kater dafür bedankt, dass im Himmel die Ausstattung mit Rollschuhen für eine im Straßenverkehr umgekommene Mäusefamilie ihm so zu „Essen auf Rädern“ verhilft.

Überzeugend auch die zahlreichen Missgeschicke, über die Hildegard Krell in ihrem Vortrag „Der Pechvogel – alles geht schief“ berichtete. Ob im Krankenhaus oder im Straßenverkehr, nichts lief so wie geplant oder gewollt.  Dass man auch über einen „Hering“ einen Vortrag machen kann, war für Emma Becker der eindeutige Beweis, dass es jedem durchaus möglich ist, eine Büttenrede zu schreiben und vorzutragen. Mit dem Sketsch „Im Hutladen“ zeigten Heidi Miltenberger als Käuferin und Hildegard Krell als Hutfachverkäuferin, wie Angebot und Nachfrage von verbalen Verständigungsproblemen beeinflusst werden.

Klassisches Protokoll von Horst Knop

Horst Knop sorgte dann dafür, dass sich die AWO auch weiterhin über ein klassisches Protokoll an Fastnacht freuen darf. Seine Antwort auf die Frage, ob der Fastnachtsfluch des Vorjahres gebannt sei, lautete „Hurra, wer hätte das gedacht, als Spaßnacht die jetzt aufgemacht“. Begeistert haben ihn die tollen Beiträge und daher sein Fazit, dass der Mix aus Büttenreden, Gesangsvorträgen und Tanzmusik durchaus zukunftsfähig sei, allein beim Musikangebot für die Ü 60 sei noch Luft nach oben. Dass die monatlichen Busausflüge der AWO durchaus stressig sein können, belegte er an den Beispielen mit der Schifffahrt auf dem Neckar und Weihnachtsmarkt Baden-Baden, wo der Einsatz von zwei Bussen manche Überraschung brachte. Auf eine Beschwerde, dass die Weihnachtspäckchen der AWO zu voll gewesen seien, stellte er die Frage, ob sich der Vorstand die dafür aufgewendeten 3.000 Euro, dem Frankfurter Beispiel folgend, in die eigenen Taschen hätte stecken sollen. Dazu sein Missfallen, „dass ihr und ich dank diesem Schwindel jetzt am Pranger stehn für das Gesindel!“ Seine abschließende Forderung: „Solange dies Zustände dort verbleibt der Beitrag hier am Ort.“

Leichte Kost servierten danach neun sehr junge Mädchen von der Bensheimer Frauenfastnacht mit einem Gardetanz, die um eine Zugabe nicht herumkamen. Besonders erfreuen konnte bei ihrer Rückkehr in die Bütt Sigrid Esinger mit ihren Erlebnissen in der Kur. Für viele im Saal ein Déjà-vus mit eigenen Erfahrungen, wie die Reaktionen zeigten.

Finale mit Fastnachtstalent Sebastian Meyer

Abschluss und Höhepunkt des zweistündigen Programms war der Auftritt von Sebastian Meyer als geplagter Begleiter der Familie zum Samstageinkauf bei IKEA. In freier Rede und temperamentvoll auf der Bühne agierend, präsentierte der Jungstar der Auerbacher Fastnacht seine Erlebnisse in dem schwedischen Möbelcenter. Wegen Teelichtern fährt man hin und mit einem Auto voll Krempel fährt man wieder heim, wobei Staus weniger auf der Straße als in dem Kaufhauslabyrinth nervend sind. Und was mit den im Kinderland vergessenen Kleinen passiert, nährte bei ihm auch einen gewissen Verdacht.  Auch die Nachhaltigkeit eines solchen Einkaufs wurde beleuchtet, die sich vor allem dann zeigt, wenn die Schrauben für den Schrank plötzlich Tiernamen erhalten. Auf jeden Fall war „Basti“ Meyer ein würdiger Abschluss eines unterhaltsamen Seniorennachmittags. (kn)

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