Friedensnobelpreisträger erhält Karl Kübel Preis erst im kommenden Jahr

Prof. Dr. Muhammad Yunus fordert Freigabe der COVID-19 Impfstoffpatente

Aufs kommende Jahr verschoben werden mus die Auszeichnung des Friedensnobelpreisträgers Prof. Dr. Muhammad Yunus. Aufgrund der Corona-Pandemie ist ihm derzeit eine Ausreise aus Bangladesch nicht möglich. Bild © Nasir Ali Mamun1

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zeichnet Prof. Dr. Muhammad Yunus aus Bangladesch im kommenden Jahr mit dem Karl Kübel Preis aus. Der Gründer der Grameen Bank erhält damit im Jubiläumsjahr der Stiftung – sie feiert 2022 ihr 50-jähriges Bestehen – den renommierten Award. Aufgrund der COVID-Pandemie ist eine Ausreise aus Bangladesch derzeit nicht möglich, sodass die Stiftung sich zu einer Neuterminierung der Preisverleihung entschlossen hat.

Forderung nach Aufhebung der COVID-19 Patentrechte

Prof. Yunus bedauert es sehr, dieses Jahr nicht kommen zu können. Er hat der Stiftung aber eine starke Botschaft und Forderung mitgegeben, um die weltweite Pandemie, die die Menschen seines Heimatlandes Bangladesch wie fast die gesamte Gemeinschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer weiterhin besonders hart betrifft, zu beenden: „Die sofortige temporäre Aufhebung der Patentrechte auf die COVID-19 Impfstoffe ist die unverzichtbare Voraussetzung für die massive Ausweitung der weltweiten Impfstoffproduktion. Damit können Millionen Menschenleben weltweit gerettet werden. Unsere Welt hat das Wissen, wie Menschen vor der Pandemie geschützt werden können. Es ist völlig untragbar, dieses Wissen nicht zu nutzen, nur um den Profit weniger Menschen zu schützen.“

In Bangladesch sind erst gut 4 Prozent der 166 Millionen Menschen vollständig geimpft. Zum Vergleich: in Deutschland sind es über 59 Prozent.

Matthias Wilkes, Vorsitzender des Stiftungsrates der Karl Kübel Stiftung, unterstützt diesen Vorstoß ausdrücklich: „Die Argumente, die gegen eine temporäre Freigabe der Patentrechte auf COVID-Impfstoffe angeführt werden, sind ausschließlich kurzsichtige Überlegungen, die mit nachhaltiger, globaler Verantwortung nichts gemein haben. Die Pandemie bietet den westlichen Regierungen die Chance zu zeigen, wie die Weltgemeinschaft gemeinsame Verantwortung versteht.“

Erst der Impfschutz bietet wieder ein gewisses Maß an Normalität. Weltweit haben Millionen Kinder seit März 2020 keinen Schulunterricht mehr gehabt und sind aufgrund der weiter andauernden Pandemie möglicherweise dauerhaft von Bildung ausgeschlossen. „Die sich damit ergebende Abwärtsspirale, die letztlich in eine massive weltweite Zunahme von Armut, Unterernährung und Perspektivlosigkeit münden wird, muss schleunigst durchbrochen werden“, sagt Wilkes und fügt hinzu: „Wir bieten ansonsten einen weiteren Grund für zukünftige Flüchtlingsströme Richtung Westen und sind dafür mitverantwortlich. Alle ökonomischen und humanitären Argumente sprechen dafür, jetzt dringend von der westlichen Welt aus zu handeln.“ 

Verleihung des Dietmar Heeg Medienpreises neu terminiert

Die Verleihung des Dietmar Heeg Medienpreises 2021, die üblicherweise gemeinsam mit der Karl Kübel Preisverleihung erfolgt, wurde ebenfalls neu terminiert. Sie findet nun am Donnerstag, 23. September 2021, um 19 Uhr, im Musiktheater Rex in Bensheim statt. Eine Teilnahme kann nur auf Einladung erfolgen. (red)

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