Hippiefestival Woodstock lebte in Hochstädten auf

Gelungene Premiere vom Theaterstück „Road to Woodstock“ im Hochstädter Haus

Premiere hatte am gestrigen Freitagabend das Theaterstück „Road to Woodstock” im Hochstädter Haus. Die Aufführung wird noch am heutigen Samstag und morgigen Sonntag, jeweils um 20 Uhr, wiederholt. Unser Bild zeigt von links die Schauspieler Gabi Dierig, Nadja Winter, Michael Klemm, und Gerry Fuchs.

„Wir hatten viel Spaß an dem Stück und seinen auf ihre Art und Weise so schrägen Persönlichkeiten“, zeigte sich nach der Premiere des Theaterstücks „Road to Woodstock“ eine Besucherin sichtlich zufrieden und traf damit ohne Zweifel die Meinung der anwesenden Besucher. Rund 80 Zuschauer hatten sich am gestrigen Freitagabend (20.) im gutbesuchten Hochstädter Haus zur ersten Aufführung des von Autor, Regisseur und Schauspieler Michael Klemm geschriebenen Stückes eingefunden.

Love, Musik und Peace

Mit der Aufführung erinnerten die Akteure, passend zum 50-jährigen Jubiläum, an eine der ersten großen Musik- und Jugendbewegungen und an eines der legendärsten Musikevents der Geschichte. Das Stück präsentierte Love, Musik und Peace als Höhepunkt der Flower-Power-Bewegung. Das Theaterpublikum erlebte eine Reise ins Jahr 1969. Die Aufführung, die sich um einen alten -typisch für die Hippiezeit- mit Blumen bemalten VW Bus, einen sogenannten Bulli, drehte, erzählt von Menschen, von ihren Idealen und ihren Ideologien, von Wünschen und Träumen und die auf ihrer Fahrt nicht wussten, dass sie gerade Teil der Musikgeschichte wurden. Im Gegensatz dazu stand ein zugestiegener Vietnamveteran (gespielt von Gerry Fuchs) als Inbegriff des Kriegsgrauens, als körperliches und seelisches Wrack – hier der Traum von Freiheit und Unbekümmertheit auf den Maisfeldern in White Lake, dort der Alptraum.

Eine ausgeflippte Zeitreise

Wie es sich für ein Stück von Woodstock gehört spielte die Musik aus dieser Zeit eine große Rolle, bewusst in der Akustik der 60iger Jahre. Schon die Ouvertüre „Happy together“ von „The Turtles“ stand symbolisch für die muntere Anreise der drei Frauen, die von Nadja Winter sowie Gabi Dierig und Michael Klemm, der eher einen Mann in Frauenkleider spielte, dargestellt wurden. Treffend beispielsweise Jimmi Hendrix`s  aufjaulende Gitarrenklänge um den Hubschrauberterror des Vietnamkriegs zu symbolisieren, während der mitfahrende Kriegsveteran originell mit dem Sternenbanner der USA sein Trauma auslebte. Bis zum Schlussakkord mit einem Song des 2014 im Alter von 70 Jahren verstorbenen Joe Cocker gab es für die Besucher bei der ausgeflippten Zeitreise viel zu Lachen. Mimik, Gestik und Sprüche der Schauspieler oder auch Kleidung und Requisiten, wie eine überdimensionale Haschischtüte, bunte Schlaghosen oder nicht zuletzt der Bulli, passten ausgezeichnet in die gedankliche Vorstellung aus dieser Zeit. Die Rolle eines Automechanikers, den es letztendlich auch nach Woodstock trieb, übernahm Michael Kneisel. Für den richtigen Ton und eine funktionierende Technik sorgte Tom Nieber, vielen auch von Events als „Musik Tom“ bekannt.   

Interessierte haben noch am heutigen Samstag (21.) und am morgigen Sonntagabend, jeweils um 20 Uhr, die Möglichkeit das Theaterstück „Road to Woodstock“ im Hochstädter Haus zu besuchen. Es lohnt sich…

Siehe auch:
https://bensheim-auerbach.com/veranstaltungen/theaterpremiere-im-hochstaedter-haus

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