Silent Tears: Ausstellung über Frauen mit Behinderungen

CBM und Museum setzen vom 6. Juni bis 1. August Zeichen

Eine Ausstellung über starke Frauen mit Behinderungen findet vom 6. Juni bis 1. August im Museum Bensheim statt. Unser Bild zeigt die 20-jährige Andrea aus Guatemala, die nach einer Schussverletzung vom Hals an gelähmt ist. Bild © red

 „Silent Tears“ – das sind stille Tränen, die fallen, wenn wir uns einsam oder verletzlich fühlen. In der gleichnamigen Ausstellung erzählen Frauen aus aller Welt ihre Geschichten. Geschichten, über die zu sprechen oft Tabu ist. All diese Frauen wurden wegen ihrer Behinderung Opfer von Gewalt – oder haben durch Gewalt eine Behinderung erlangt. Deshalb ist die Ausstellung „Silent Tears“ auch ein Wendepunkt. Denn die betroffenen Frauen brechen ihr Schweigen. Sie sind stark und eben nicht mehr still. Da ist zum Beispiel Andrea aus Guatemala. Aufgrund einer Schussverletzung ist sie vom Hals an gelähmt. Die 20-Jährige hat einen langen, steinigen Weg hinter sich und eine eiserne Therapie. Inzwischen studiert sie an der Universität und arbeitet beim Radio. Mit der Veröffentlichung ihrer Erfahrungen liefert Andrea ein starkes Zeugnis ab. So wie 23 weitere Frauen in dieser multimedialen Fotoausstellung steht sie damit auf beeindruckende Weise zu ihrer eigenen Geschichte.

Nicht die Augen verschließen

Das Werk des australischen Künstlerkollektivs um Belinda Mason ist keine leichte Kost, aber bekennt sich zu einem gesellschaftlich wichtigen Thema. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat „Silent Tears“ nach Deutschland geholt. Gemeinsam mit dem Museum Bensheim setzt sie so ein Zeichen für die Rechte von Frauen mit Behinderungen und ihren Schutz vor Gewalt. „Hier geht es um Menschenrechte“, sagt Bensheims Bürgermeisterin Christine Klein: „Die Ausstellung richtet den Fokus eindringlich auf das Thema Gewalt gegen Frauen. Viel zu wenige Menschen nehmen davon Notiz. Dabei geht es für jede einzelne betroffene Frau um ein dramatisches Schicksal, vor dem wir nicht die Augen verschließen dürfen. Ich bin der CBM sehr dankbar, dass sie gemeinsam mit unserem Museum diesen starken Frauen eine Stimme gibt“, so Klein. Als Vorsitzende des Vereins Frauenhaus Bergstraße engagiert sich Bürgermeisterin Christine Klein ehrenamtlich seit vielen Jahren für ein gewaltfreies Leben für Frauen und ihre Kinder.

Potenzial von Frauen mit Behinderungen stärken

Eine Milliarde Menschen haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Behinderung. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Sie erleben oft mehrfache Diskriminierung: „Denn sie werden nicht nur wegen ihrer Behinderung, sondern auch wegen ihres Geschlechts diskriminiert“, erklärt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „In Entwicklungsländern sind sie besonders von Armut bedroht“, so Brockhaus. In der Projektarbeit vor Ort, zum Beispiel in Togo oder Pakistan, helfen die lokalen Partner der CBM betroffenen Frauen daher, Arbeit zu finden. Außerdem leisten sie Aufklärung und sorgen so dafür, dass viele Frauen erst gar nicht Opfer von Gewalt werden. „Ganz entscheidend ist auch die Förderung lokaler Selbsthilfegruppen“, sagt Brockhaus. „Das hilft den Frauen, ihre Rechte kennenzulernen und stärkt ihr Selbstvertrauen.“

Die Ausstellung über starke Frauen mit Behinderungen ist vom 6. Juni bis 1. August im Museum Bensheim zu sehen. (red)

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