Bald gibt es wieder „echte Bensemer“

Im kommenden soll „Geburtshaus Bergstraße“ in Betrieb gehen/Trägerverein gegründet

Schon Anfang des nächsten Jahres soll es wieder „echte Bensemer“ geben. Mit Hilfe eines neugegründeten Trägervereins wird aktuell das „Geburtshaus Bergstraße“ geplant. Unser Bild zeigt vorne die drei künftig im Geburtshaus tätigen Hebammen, von links Annett Haase, Kayoko Wallenstein und Sarah Wolff.

Die Zeit verging recht schnell. Erst im April des letzten Jahres stellte das Heilig-Geist Hospital (HGH) in Bensheim die Geburtshilfe ein. Für Bensheim ein Schock. Viele tausend Kinder hatten über Jahrzehnte im HGH das Licht der Welt erblickt und -ganz wichtig- als Geburtsort Bensheim im Ausweis eingetragen. Keine echte „Bensemer“ mehr und als „Running Gag“ dafür nur noch Heppenheimer? Für die Einwohner der größten Stadt des Kreises Bergstraße eigentlich undenkbar. Auch die „Fraa vun Bensem“, Doris Walter, betonte in der am heutigen Vormittag im Rathaus durchgeführten Pressekonferenz ihren ersten spontanen Eindruck: „Bürgermeister, so geht das nicht“ und traf bei dem gebürtigen „Bensemer“ Rolf Richter sofort auf offene Ohren.

Gesundheitsdezernentin voller Euphorie

Und jetzt die Lösung. Es war ein zeitlicher Kraftakt, aber jetzt stehen die Matadoren in den Startlöchern und wenn es nach deren Willen geht steht es fest: in Bensheim wird schon Anfang des kommenden Jahres das „Geburtshaus Bergstraße“ seinen Betrieb aufnehmen. Maßgeblich beteiligt war Ideengeberin und Kreis-Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, welche aus ihrer früheren Heimat das Geburtshaus Idstein kennt und sofort von hiesigen Hebammen Unterstützung erhielt. „Ich bin voller Euphorie. Was gibt es zukunftsweisender als ein Geburtshaus“, freute sich die stellvertretende Landrätin sichtbar und dankte allen Beteiligten. So füllen die Vorbereitungen schon aktuell Aktenbände.  

Großes Thema jetzt: die Finanzen. Mit der Gründung eines Trägervereins vollzogen die Organisatoren am vergangenen Freitag einen ersten Schritt und mit Bürgermeister Rolf Richter als ersten Vorsitzenden wird die Thematik zur Chefsache. Der Trägerverein soll nun den Betrieb des Geburtshauses in Bensheim sicherstellen. „Mit einem Hausbesitzer sind wir bereits in Verhandlung, können aber in Absprache das Anwesen noch nicht nennen“, erläuterte Richter, der mit Markus Zimmermann, von der in Auerbach beheimateten WSW Baubetreuungs GmbH., einen ausgewiesenen Baufachmann für den dann anstehenden Umbau zur Seite hat. „Mein Beweggrund ist „Bensemer“ an sich. Ich fühle mich auch dem Ehrenamt verpflichtet und werde das Objekt bautechnisch und baurechtlich begleiten“, erklärte der Dipl.-Ing Bauingenieur.

Finanzierung jetzt Thema

Die Finanzierung erhofft sich der Verein über Sponsoren und Mitgliedsbeiträge. Auch geht man davon aus, dass sich das Projekt schon nach einem halben bis ein Jahr selbst trägt. „Von anderen Geburtshäusern wissen wir, das ist mit 60 Geburten im Jahr leistbar“, äußerte die künftig mit ihren beiden erfahrenen Kolleginnen Annett Haase und Kyoko Wallenstein als Hebamme im Geburtshaus tätige Sarah Wolff. Zur Erinnerung: in Bensheim kamen im Heilig-Geist Hospital zuletzt über 650 Kinder auf die Welt. Annett Haase fungierte zu dieser Zeit übrigens als Leiterin der Geburtshilfe im HGH. Alle drei betonten, dass bei vielen Geburten Frauen vor allem einen geschützten Raum benötigen und nur in Ausnahmefällen ein Krankenhaus. „Wir freuen uns auf diese großartige Möglichkeit“, so die drei Hebammen. Im Vorstand auch mit dabei sind neben Doris Walter und Markus Zimmermann als 2. Vorsitzende unter anderem auch der frühere Belegarzt des HGH und Gynäkologe Dr. Rolf Schwabenland.

Komplettpaket rund um die Schwangerschaft/Spendenkonto

Das Geburtshaus soll vor allem der Förderung der Gesundheit von Frauen und Kindern vor, während und nach der Geburt dienen und ist Anlaufstelle für Schwangere und ihre Partner. Das Angebot umfasst die Unterstützung bei der Schwangerenvorsorge, Hebammengeburtshilfe, Wochenbettpflege sowie Stillberatung und Familienplanung. Außerdem soll es ein Beratungs- und Kursangebot für werdende Eltern und junge Familien geben, genauso wie Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen.

Benötigt werden nun möglichst viele Vereinsmitglieder. „Wir brauchen viele Mitglieder, die das Fundament für dieses ‚Haus des Lebens bilden‘“, sagte Doris Walter. Sie ist auch Ansprechpartnerin des Vereins. Spenden für den Trägerverein werden bereits entgegengenommen:

Bankverbindung des Trägervereins:
Sparkasse Bensheim
IBAN: DE53 5095 0068 0002 1547 22.

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