Das Frauenhaus Bergstraße wird erweitert und generalsaniert

Modernisierung der Bestandsgebäude dringend geboten/Baukosten von 2,8 Millionen Euro

Pläne für die Generalsanierung und Erweiterung des denkmalsgeschützten Gebäudes des Frauenhauses Bergstraße wurden am Dienstagnachmittag (15.) unter anderem von Landrat Christian Engelhardt und von Bensheims Bürgermeisterin Christine Klein (Vorne links), welche auch als Vorsitzende des Vereins Frauenhaus fungiert, vorgestellt. Unser Bild zeigt sie mit den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses.

Das Frauenhaus Bergstraße platzt aus allen Nähten. Seit 1988 steht das Gebäude akut gewaltbetroffenen oder von Gewalt bedrohten Frauen als Zufluchtsort zur Verfügung und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Doch das sichere „Dach über dem Kopf“ ist überaltert oder anders ausgedrückt in die Jahre gekommen. Sanitäre Anlagen, die sich mehrere Gemeinschaftszimmer teilen und an denen der Zahn der Zeit genagt hat, unterschiedliche Auffassungen von Hygiene, ein Gemeinschaftsraum, der mit einem Notbett ausgestattet ist, keine Beratungsräumlichkeiten für psycho-soziale Hilfen, fehlende Büros – kurzum: das Gebäude bedarf einer dringenden Modernisierung, um die Wohnsituation der Bewohner aber auch die Arbeitsbegebenheiten der Mitarbeiter zu verbessern. „Es war sein langer Prozess, der mehr als fünf Jahre andauerte. Dabei mussten natürlich auch einige Kröten geschluckt werden“, verdeutliche Bensheims Bürgermeisterin Christine Klein in Personalunion als Vorsitzende des Vereins Frauenhaus Bergstraße am heutigen Dienstagnachmittag (15.) in einem Pressegespräch.

Infrastruktur gab Ausschlag für Standort

Für den Kreis Bergstraße als Bauherr und den Verein ist die Generalsanierung und Erweiterung des denkmalsgeschützten Gebäudes eine echte Herausforderung. „Wir sanieren im Bestand, müssen aber die Räumlichkeiten unbedingt an die Bedürfnisse der bis zu 32 möglichen betroffenen Frauen und Kinder anpassen. Es ist ein besonderes Gebäude. Eine Heimstadt und gibt den betroffenen Frauen Geborgenheit und ein Gefühl der Sicherheit“, erklärte Landrat Christian Engelhardt. Nicht verhehlt wurde, dass im Rahmen des Erörterungsprozesses naturgemäß auch ein Neubau zur Debatte stand, aber letztendlich die Vorteile des derzeitigen Standortes den Ausschlag gaben. „Die Infrastruktur passt einfach und ist gewachsen. Das Gebäude liegt zentral, es sind nur kurze Wege für eine Nahversorgung oder zu öffentlichen Verkehrsmitteln“, so Christine Klein.

Fertigstellung im zweiten Quartal 2023

2,8 Millionen Euro investiert der Kreis in das Projekt. Bis im zweiten Quartal 2023 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Begonnen wir derzeit als ersten Schritt mit einem Erweiterungsgebäude für die Verwaltung. Dafür musste allerdings im hinteren Grundstückssegment teilweise der Garten mit seinen Spielflächen weichen. Das einstöckige mit einem Flachdach versehene Verwaltungsgebäude ist als Holzhaus genehmigt und wurde in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz geplant. Durch die Auslagerung der Verwaltung ergibt sich die Möglichkeit im Bestandsgebäude die sanitären Anlagen und Bäder auszubauen und im Gesamten die Wohnsituation an die Zeit anzupassen. Die Verwaltung selbst hat endlich Platz für Beratungsgespräche und Hilfestellungen, Büros oder auch einen Sozialraum. Mehr Familienzimmer, derzeit sind es 11, springen allerdings aufgrund der baulichen Begebenheiten in dem historischen Gebäude nicht heraus. Mit der Sanierung des Bestandsgebäudes sollen in etwa einem Jahr begonnen werden, was eines größeren abgestimmten Zeitplans und einer zielgerichteten Koordination bedarf.

Aber auch nach der Sanierung bleibt nach wie vor ein Bedarf an weiteren Plätzen, um Frauen und Kindern, die unter häuslicher Gewalt leiden, einen sicheren Ort zu geben. So werden mehr Betroffene abgewiesen wie angenommen. Zuletzt waren dies rund 70 Prozent…

Anmerkung: In Absprache mit den Beteiligten wurde die Adresse des Frauenhauses Bergstraße nicht genannt.

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