Historisches und Aktuelles aus dem Westen Auerbachs

Sechster Themenrundgang des Kur- und Verkehrsvereins

Historisches und Aktuelles gab es bei der am Montag (28.) durchgeführten Themenwanderung des Kur- und Verkehrsvereins im westlichen Bereich von Auerbach zu berichten.

Zur letzten Themenwanderung „Auerbach gestern, heute und morgen“ dieses Jahres lud am gestrigen Montagabend (28. September) der Auerbacher Kur- und Verkehrsverein. Rund 30 interessierte Bürger fanden sich in der Schillerstraße, an der Firma Sanner Ventures, zu der von Vorstandsmitglied Ralph Stühling geleiteten Führung ein, die diesmal als Rundkurs unter anderem über die Heinrich-, Blücher- Ringgarten- und Wilhelmstraße führte. Als Gäste konnten unter anderem Magistratsmitglied Hans Seibert und Ortsvorsteher Robert Schlappner begrüßt werden.

Infos zur Wohnbebauung Sanner

Erste Erläuterungen gab Ralph Stühling, der an frühere Gewerbeansiedlungen und den ehemaligen Geflügelparkt Julius Graf (bis circa 1918) in diesem Bereich erinnerte. Die im Jahre 1894 in der Bachgasse 44 gegründete Sanner GmbH. siedelte im Jahre 1927 an den Auerbacher Bahnhof um. Zur aktuellen Situation berichtete Ortsvorsteher Robert Schlappner. Bekanntlich wird die Firma Sanner GmbH. von ihrem Areal in der Schillerstraße in das Gewerbegebiet Stubenwald II umsiedeln. Auf dem derzeitigen Firmengelände an der Schillerstraße ist im Anschluss ein Wohngebiet für 170 bis 230 -unter anderem für behindertengerechte und barrierefreie- Wohneinheiten vorgesehen. 25 Prozent stünden für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Ferner sind auf dem Gelände eine weitere Kindertagesstätte und für den gesamten Bereich eine Lärmschutzwand geplant. Mit dem Baurecht ist in der Jahren 2024/25 zu rechnen.

Aus Klinikgelände wurde Wohnbebauung

Nächste Station war das Gelände der ehemaligen Rheumaklinik Vetter in der Heinrichstraße. Interessent für viele der Anwesenden, dass sich der Ziegelbach in früheren Jahren teilte und mit seinem zweiten Arm praktisch an der Klinik vorbei in den Westen von Auerbach floss. Der Name Ziegelbach ist wohl auf die ehemals in der Otto-Beck-Straße (früher Bahnhofstraße) angesiedelte Ziegelei Brack zurückzuführen. Die Klinik Vetter musste vor ungefähr zehn Jahren aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Die alten aus den 50er Jahren stammenden massiven Gebäude wurden abgerissen. An gleicher Stelle entstand ein Wohngebiet mit Einzel- und Mehrfamilienhäusern; die denkmalgeschützte Villa wurde erhalten und modernisiert.

Geschichte vom Kinderhaus Effax

An dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Schönberger vorbei führte die kleine Wanderung unter anderem zum historischen E-Werk. Der Ursprung des heutigen Kinderhauses Effax geht auf die ersten Jahre im neuen Jahrtausend zurück. So entstand auf dem Gelände der ehemals dort beheimateten Chemischen Fabrik Schweizer-Effax GmbH. das offiziell zunächst genannte „Kinder- und Familienhaus im Historischen E-Werk“. Bis zum Jahr 1999 wurden dort Schuh- und Pferdepflegemittel hergestellt. Die Umsiedlung des Unternehmen Chemische Fabrik Effax, August Spoerl & Co. GmbH, erfolgte im Jahre 1919 von Mannheim nach Auerbach. Das im Jahr 1906 gegründete Unternehmen Schweizer-Effax machte sich anschließend einen Namen mit internationalen bekannten Marken in verschiedenen Sportarten wie Fußball, Reitsport, Ski und Athletik. Heute gehört die Firma zur „eimermacher Gruppe“ und produziert seine Produktsäulen in Nordwalde im Münsterland.

Vor der Firma Effax befand sich auf dem Grundstück das vom Deutsch-Amerikaner Beck errichtete Elektrizitätswerk. Von hier wurde genau am 1. November 1896 das erste elektrische Licht in der Region geliefert. 1914 wurde das mit Gleichstrom arbeitende Werk an die heutige GGEW AG verkauft.

Bahnhof 170 Jahre alt

In Erinnerung gerufen wurden an der Wilhelmstraße beispielsweise auch die dort ehemals angesiedelten Firmen „Holzhandlung Schaffitzel“ (bis 1984) oder die Steinwerke Riedlinger, die bis im Jahre 1989 dort beheimatet waren. Heute stehen auf den ehemaligen Firmengrundstücken Wohnhäuser. Historisches und Aktuelles gab es abschließend am Auerbacher Bahnhof zu berichten. So wurde das Kulturdenkmal nach einem Entwurf vom Darmstädter Stadtbaumeister Georg Moller im Jahre 1850 gebaut und das Bahnhofsgebäude im Jahre 2015 von einer Privatperson gekauft und saniert. Noch in diesem Jahr steht die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes durch die Stadt Bensheim auf dem Programm.

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