Historisches und Aktuelles beim 8. Themenrundgang des Kur- und Verkehrsvereins

Der Wandel von örtlichen Besonderheiten, Flurbereinigung oder Altarberghäuschen im Fokus

Seinen 8. Themenrundgang unter dem Slogan“ Auerbach gestern, heute und morgen“ führte am Montag (23.) der Auerbacher Kur- und Verkehrsverein durch. Der Rundgang führte die circa 40 Teilnehmer diesmal in die südöstliche Gemarkung ihres Stadtteils.

Historisches und Aktuellesvor Ort in Erinnerung rufen oder den Teilnehmer anschaulich näher zu bringen oder auch einen Blick in die nahe Zukunft zu wagen ist das Ziel der Themenwanderungen des Auerbacher Kur- und Verkehrsvereins. Bereits zum achten Mal führte am Montagabend (24.) Scout Ralph Stühling unter dem Slogan „Auerbach gestern, heute und morgen“ in verschiedene Ecken des größten Bensheimer Stadtteils, um prägende Entwicklungen und den Wandel der örtlichen Bereiche zu vermitteln. Unter den rund 40 Teilnehmern des diesmal in der südöstlichen Gemarkung durchgeführten Rundgangs konnte er auch Ortsvorsteher Robert Schlappner und den Vorsitzenden des KuVV Reinhard Bauß begrüßen.

Dreimärkerstein und Schützenhaus

Treffpunkt des sich zunächst als kleiner Grenzgang entwickelten Rundgangs war das Restaurant „Malepartus“. Nicht jedem der Teilnehmer war bekannt, dass sich unweit der Lokalität noch um das 19. Jahrhundert die Chininfabrik der Familie Seyferth befand, die unter anderem Präparate zur Behandlung von Malaria und zum Senken von Fieber herstellte. Ebenfalls in diesem Bereich lag um 1925 ein Sportplatz, nachdem Fußball groß in Mode gekommen war. Bis zum Verkauf von Grundstücksflächen im Jahre 1936 erstreckte sich die Auerbacher Gemarkung auch weiter in Richtung Bensheim, was dazu führte, dass die Grenze hier mehrere Haken schlägt.

Über die Schönberger Straße, die ehemals als Viehweg genutzt wurde, passierte die Gruppe einen anlässlich der 1225-Jahrfeier im Jahr 2009 vom KuVV aufgestellten mit Daten und Namen (Urbach -Auerbach) versehenen Erinnerungsstein, der -wie das ehemalige Ortsbeiratsmitglied Thomas Roth berichten konnte- aus Beerfelden/Odenwald stammte. Nächster Stopp war der oberhalb des Mühlbächelchen stehende historische Dreimärkerstein, welcher die staatliche Zugehörigkeit von Auerbach, Bensheim und Schönberg bis zum Jahr 1803 symbolisiert. Einen Blick auf die neue Technik im 10-Meter-Stand der Privilegierten Schützengesellschaft Auerbach konnten die Teilnehmer im Schießstand des Vereins auf der Schönberger Höhe werfen. „Leider müssen wir coronabedingt auch in diesem Jahr -jetzt schon zum zweiten Mal- unsere Feierlichkeiten zur 450 Jahrfeier verschieben“, bedauerte Vorstandsmitglied Alexander Suhl. 

Flurbereinigung kostete 1,8 Millionen Euro

Interessante Ausführungen zur Flurbereinigung südwestlich des Fürstenlagers machte der Vorsitzende der „Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Auerbach“ Karl-Heinz Weigold. Ab dem Jahre 1997 wurde geplant, ehe in 2003 die Genehmigung für die 59 Hektar umfassende Fläche erfolgte. Circa 1,8 Millionen Euro flossen im Anschluss in die Maßnahme, von der über 100 Eigentümer und sieben Bewirtschafter betroffen waren. Flächen wurden abgetragen, Steigungen flacher gestaltet und die Erschließung für landwirtschaftliches Gerät verbessert, damit der für die Hanglagen prägende Weinbau auch weiter bewirtschaftet werden kann. Auffälligste und auch teuerste Projekte waren die Sanierung der Schönberger Straße Richtung Schönberger Sportplatz und die Gabionenwand im Emmertal. „Baulich ist das Projekt abgeschlossen, jetzt folgen noch Formalien“, so Karl-Heinz Weigold.

Altarberghäuschen wird historisch aufgebaut

Aktuelles zum kürzlich abgetragenen Altarberghäuschen berichtete Ortsvorsteher Robert Schlappner. So war das Dach des ursprünglichen Teehauses marode, so dass sich die Verwaltung Staatliche Schlösser und Gärten Hessen letztendlich zu einer Total-Restaurierung des Gebäudes entschloss. Noch Mitte September soll der Wiederaufbau auf Grundlage der historischen Baupläne des Jahres 1857 beginnen. Siehe auch: https://bensheim-auerbach.com/kommunalpolitik/altarberghaeuschen-im-fuerstenlager-wird-rekonstruiert

Durch die Wolfsschlucht, die ehemals als direkte Wegeverbindung zum Fürstenlager von Hotelier Georg Diefenbach vom Hotel Krone für seine Gäste angelegt wurde, ging es wieder zum Startpunkt zurück. Erläuterungen gab es zuvor am Scheffelplatz. Die Anlage wurde bereits im Jahr 1892 zu Ehren des in 1849 in Auerbach verweilenden Dichters Joseph Viktor von Scheffel (16.2.26 – 9.4.1886) geweiht und 1984 durch den Kur- und Verkehrsverein, unter anderem mit -von Wilhelm Geisler und der Auerbacher Firma Riedlinger Granit gespendeten- Inschriften versehenen Steinen erweitert.

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