Wertvolle Hilfe für benachteiligte Kinder in Südafrika

Deutsch-Südafrikanischen Fördervereins überzeugte sich von Unterstützungsmaßnahmen

Vor Ort informierte sich die Vorsitzende des Deutsch-Südafrikanischen Fördervereins aus Auerbach, Rosie Wennemer, im Legacy Center im Township Kayamandi in Stellenbosch, wo der Verein eine Englischlehrerin finanziert. Bild © privat

Vor wenigen Tagen kehrte Rosie Wennemer, die 1. Vorsitzende des „Deutsch-Südafrikanischen Fördervereins für benachteiligte Kinder“, aus Südafrika zurück. Dort hatte sie sich selbst erneut überzeugen können, dass die von ihrem Verein bereitgestellten Mittel entsprechend den Vorgaben eingesetzt werden. Dabei nahm sie jene vier Einrichtungen in Augenschein, die schon über mehrere Jahre von dem Auerbacher Verein erfolgreich betreut werden.

Straßenkinder Schule ermöglicht

Den Auftakt machte in Kapstadt das Boys Home des Projekts „The Homestead“ in Woodstock unter den Autobahnbrücken. Hier leben 25 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren, die in unterschiedliche und ihrem Entwicklungsstand entsprechende Schulen gehen. Dank der wirkungsvollen Unterstützung der Schüler durch engagierte Sozialarbeiter konnten viele Vorbehalte gegenüber den Straßenkindern in den Schulen abgebaut werden. Auch die Gefahr, nach mehr als zehn Tagen unentschuldigtem Fehlen gnadenlos ausgeschult zu werden, konnte so minimiert werden.

Ohne Geburtsurkunde kann kein Junge eine Schule besuchen. Daher hat „The Homestead“ extra eine Person eingestellt, die sich ausschließlich darum kümmert, im ganzen Land für die Jungen Geburtsurkunden aufzutreiben. Das ist durchaus auch mit weiten Reisen verbunden, da diese Urkunden persönlich abgeholt werden müssen. Eine weitere Aufgabe der Sozialarbeiter ist die Überwachung von Pünktlichkeit und Hausaufgaben sowie des gesamten Tagesablaufs der Jugendlichen. Dadurch werden diese zu Eigenverantwortung und Einhaltung von Regeln erzogen.

Der Erfolg der Einrichtung zeigt sich darin, dass immer mehr Jungen die High-School besuchen und ihr Abitur machen.  Dies wiederum bestätigt den Ansatz des Vereins, konsequent nur auf eine Förderung der Bildung zu setzen, was den Auerbachern die Übernahme von zehn Prozent der gesamten Schulkosten wert ist.

Rosie Wennemer mit einem ehemaligen Straßenjungen in der Einrichtung „The Homestead“ in Kapstadt, der gerade für seine Abiturprüfung lernt. Bild © privat

Medizinische Versorgung für Kinderheim

Zweite Station war das Kinderheim „Christine Revell“ in Kapstadt, das vom Verein bei der medizinischen Versorgung unterstützt wird. Im Moment sind dort 42 Kleinkinder untergebracht. Ziel des Heimes ist die Familienzusammenführung, was im letzten Jahr in 21 Fällen gelang. Aber auch misshandelte oder sträflich vernachlässigte Kinder finden hier Aufnahme. Eine große Herausforderung ist auch hier die Beschaffung der Geburtsurkunden, ohne die, wie schon festgestellt, kein Schulbesuch später möglich ist. Darüber hinaus kämpft das Kinderheim mit Mängeln in der Strom- und Trinkwasserversorgung.

Konkret finanziert der Verein die Behandlung von drei Kindern mit Ohrentubus, drei Kindern mit Ekzemen, ein Kind mit Wasserbläschen an den Händen und mehreren Kindern mit Soyamilchbedarf, was sehr kostspielig ist. Zwei Kinder mit Augenproblemen werden auf Kosten des Vereins in einer Kinderklinik behandelt.

Verein finanziert Lehrerin

Das „Legacy Center“ im Township Kayamandi in Stellenbosch präsentiert sich weiterhin in hervorragendem Zustand.  Die vom Verein finanzierte Englischlehrerin und eine weiße Südafrikanerin leiten das Gemeindezentrum mit großer Ausdauer und Geduld. Gewaltsame Übergriffe auf weiße Südafrikaner und auch auf Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Ländern nähren jedoch Ängste und Zweifel bei den beiden engagierten Damen über ihren Verbleib im Gemeindezentrum. Ein zusätzliches Problem ist die per Gesetz eingeführte Vorschule, deren Umsetzung den Gemeinden große finanzielle und infrastrukturelle Schwierigkeiten bereitet.

Erfolgreiches Leseprojekt

Von großem Enthusiasmus ist das vom Verein unterstützte Leseprojekt an der Secondary School/High School Stellenzicht in Jamestown getragen, das unter dem Motto „Hoffnung“ steht. Das Projektteam mit Frau Engelbrecht und Herrn Christians hat nicht nur Unterstützung durch eine ehemalige Lehrerin der Schule erfahren, sondern mit einem Curriculum eine Grundlage geschaffen, auf der sie gezielt mit Hilfe von schulischen Wettbewerben aufbauen können. Dadurch ist man in der Lage, sogar an Wettbewerben der Uni Stellenbosch oder an Landeswettbewerben in Johannesburg erfolgreich teilzunehmen. Der gewachsene Stellenwert des Projekts zeigt sich auch darin, dass Herr Christians unter 170 Bewerbern einer von zehn Gewinnern einer Ehrenplakette des Landes für soziales Engagement war. Die Zukunft des Projekts scheint vor allem dadurch gesichert zu sein, dass es sich von einer Einzelmaßnahme zu einem Prozess entwickelt hat, der unabhängig von Einzelpersonen Eingang in den allgemeinen Schulbetrieb gefunden hat.

Auch die eingerichtete kleine Bibliothek wird voll angenommen, was bei Rosie Wennemer zu der Überlegung führte, sich gegebenenfalls bei Neuanschaffungen von Büchern finanziell zu beteiligen.

Am Ende ihrer Besichtigungen konnte Rosie Wennemer ein für alle hiesigen Spender und Unterstützer positives Fazit ziehen: Die bereitgestellten Mittel erfüllen voll und ganz den angedachten Zweck. (Horst Knop)

Text Post 2, Werbung